Donnerstag, 25. Februar 2010
Hamburger Weinmesse kurzfristig abgesagt!
Die Hamburger Weinmesse in der Messe Hamburg fällt aus!
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Sonntag, 21. Februar 2010
Einladung zur Weinmesse Hamburg
Samstag, 20. Februar 2010
Eine Frage an Sie zum Thema Genussmoment.
Eine Frage an Sie:
Dienstag, 24. November 2009
Clemens Busch stellt seine Weine bei uns vor
Eben hat mir Clemens seine Weinliste geschickt - die Vorfreude auf den Weinabend mit ihm am Donnerstag steigt.
Wir werden feine Rieslinge probieren: neben dem Kabinett trocken, dem "Grauen Schiefer", und dem "Roten Schiefer" wird er uns das Große Gewächs "Marienburg" aus 2007 und 2008 vorstellen. Hier wird man sehr schön den Unterschied dieser beiden doch sehr verschiedenen Jahrgänge bemerken können.
Auf die beiden Terroir-Weine "Fahrlay" und "Falkenlay" freue ich mich sehr, denn sie waren auch in den vergangenen Jahren immer wieder tolle Weine (beide mit Restsüße) mit dem eigenen Ausdruck dieser beiden Teilstücke in der Marienburg.
Am Ende wird dann eine edelsüße Auslese (aus dem Rothenpfad, Jahrgang 2006) stehen, die es vielen Gästen mit Sicherheit schwer werden lässt, uns zu verlassen... aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.
Nutzen Sie die Gelegenheit und kommen Sie am Donnerstag in den Weinsalon am Winterhuder Marktplatz!
Montag, 23. November 2009
Die Weine vom Château Falfas
Vor ein paar Tagen sind die aktuellen neuen Jahrgänge der Weine vom Château Falfas aus Bordeaux bei uns eingetroffen. Ich muss sagen, es war eine Freude, diese Weine in Ruhe zu Hause zu trinken.
Es handelt sich um die drei Weine, die das Weingut macht. Als erstes der "Demoiselles", ein Wein aus dem Jahrgang 2008. Diese Jahrgang litt in Bordeaux ein wenig unter dem feuchten Wetter des Sommers, so dass mancherorts recht leichte Weine entstanden sind. Was wie ein Makel klingt, entpuppt sich aber als das Gegenteil. Dieser Wein bietet heute einen vorzüglichen Trinkgenuss. Er ist sehr fruchtig - Cabernt Franc und Cabernet Sauvignon sind dafür verantwortlich. Auch die Tatsache, dass für diesen Wein die jüngsten Rebanlagen geerntet werden, führt ebenfalls zu dieser angenehmen Zugänglichkeit. Charmant finde ich das Etikett, das die beiden Demoiselles des Weinguts im goldenen Scherenschnitt zeigt: Veronique Cochran und ihre Tochter. Madame Cochran ist eines der wenigen Weingüter in Bordeaux (und ja auch sonstwo), wo eine Frau über den Stil des Weins bestimmt.
Der zweite Wein ist der Hauptwein des Weinguts: der "Château Falfas". Er wird ein Jahr im Barrique ausgebaut, allerdings nicht in neuem Holz. Er wird auch in der größten Menge hergestellt. Er ist recht kräftig, hat neben Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon auch viel Merlot und etwas Malbec-Anteil. Er hat viel Kraft, und dabei eine sehr schöne Frucht. Das Holz ist spürbar, aber nicht dominant. Er stammt aus dem als hervorragend eingestuften Jahrgang 2005. Das merkt man daran, dass hier der Alkoholgehalt bei 13% liegt, eher eine Seltenheit bei Falfas. Diese Eigenschaft der Weine von Madame Cochran sind, es die ich so schätze: nicht übermäßig schwer, aber elegant, fruchtig und lang.
Der dritte Wein ist der "Le Chevalier". Er stammt von den über 70 Jahre alten Rebanlagen des Weinguts, die noch Madame Cochrans berühmter Vater gepflanzt hat. Auch er stammt aus dem Jahrgang 2005, hat ebenfalls (nur) 13 vol% Alkohol und ist beeindruckend: mit leichter Holznote und Raucharomen, viel dunkle Beerenaromen, mit Dichte und Körper am Gaumen, und vor allem mit reifen, weichen Tanninen, die zwar deutlich sind, aber perfekt zum Weinpassen. Noch nach Minuten hallt die Frucht im Mund wider...
Das Weingut wird übrigens schon immer strikt nach Demter-Richtlinien bewirtschaftet und hat sich mit anderen Weingütern in Frankreich in der Gruppe Biodyvin zusammengeschlossen. Hier finden sich berühmte Weingüter wieder wie z.B. Kreydenweiss, Leflaive oder Fonroque.
Probieren Sie einmal die feinen Bordeaux-Weine des Château Falfas, die jetzt natürlich wunderbar zur Gans oder zur Ente passen können.
Dienstag, 17. November 2009
Novello ohne Schwefelzusatz - leider schon ausverkauft
Für's erste ist der Novello bei uns bereits ausverkauft. Das Interesse war groß, es wurde viel vorbestellt, und nun gab es doch noch eine rege Nachfrage, als er endlich bei uns eintraf. Nächste Woche kommt eine neuer LKW mit Wein vom Weingut - möglicherweise gibt es dann noch mal ein wenig Nachschub.
Sie fragen sich wohlmöglich, warum so etwas knapp sein kann? Die Erklärung ist ganz einfach: im August planen die Winzer, die Novello herstellen wollen, den Bedarf und fragen ihre Abnehmer, wieviel sie zu verkaufen denken. Wir machen dann entsprechende Vorbestellungen (im Sommer!) und die Winzer ernten in einer Vorlese die Trauben für diese vorkalkulierte Weinmenge. Der Wein aus diesen Trauben wird auf besondere Weise gewonnen (mit der sogenannten Maceration Carbonique), damit er früh fertig ist. Die Weichen werden also früh gestellt und später gibt es dann nur noch wenige freie Mengen, falls man sich mal verschätzt hat.
Nun warten wir mal auf Antwort vom Weingut, ob noch etwas da ist. Falls ja, taucht der Wein noch mal wieder in unserem Angebot auf.
Sonntag, 1. November 2009
Vorschau: Genussmomente im Pinot Gris Weinsalon
Rückblick: Genussmomente im Pinot Gris Weinsalon
Freitag, 30. Oktober 2009
Weine ohne Schwefelzusatz
Freitag, 18. September 2009
Wir vom Pinot Gris Weinhandel sind neu hier...
Liebe Weinfreunde, liebe Kunden von Viva-Vino.de,
Heute möchte ich Ihnen den Pinot Gris Weinhandel vorstellen, nachdem
Matthias Metze, der Ihr bisheriger Gegenüber hier war, zu neuen
Aufgaben strebt.
Der Pinot Gris Weinhandel
Wir freuen uns, diese Aufgabe zu übernehmen, denn seit rund 20 Jahren machen wir hier beim Pinot Gris Weinhandel ja nichts anderes als Bioweine. Und die Weine von viva-vino.de stammen ja schon immer aus unserem Sortiment. Nun betreuen wir Sie von Hamburg aus, wo wir unseren Sitz haben. Hier ist unser Zentrallager mit dem Weinimport & Großhandel, von wo aus die Weine an Sie verschickt werden.
Der Pinot Gris Weinsalon
Unser Weingeschäft, der Pinot Gris Weinsalon ist im schönen Hamburg-Winterhude am Winterhuder Marktplatz. Hier bieten wir eine Ausschnitt aus unserem Sortiment an, daneben gibt es Käse aus unserer Käsetheke, Schokolade und Trüffel, Kaffee in Tüten, aber auch Kaffee in Tassen (als Cappuccino, Espresso oder Latte Macchiato) von unserer Kaffeebar, Essige und Olivenöl - alle unsere Produkte stammen natürlich aus ökologischer Erzeugung. Schauen Sie mal herein, wenn Sie in der Nähe sind.
Unsere Veranstaltungen
Bei uns finden Sie auch immer wieder interessante Themen bei unseren Veranstaltungen: sehen Sie sich unsere Weinseminare Genussmomente im Weinsalon . Besonders schön sind die Tage der Offenen Flasche.
Aktuell: Der Tag der Offenen Flasche
Am kommenden Wochenende laden wir wieder zu dazu ein: Sie können dann am Samstag- oder Sonntag-Nachmittag mehr als 50 Weine probieren, ganz in Ruhe und ohne Zwang. Geniessen Sie dazu einen Käseteller aus unserer Käsetheke oder einen Espresso von der Kafffeebar zur Ermunterung - schöner kann ein Nachmittag für den Geniesser gar nicht sein! Sehen Sie hier...
Zum Abschluss
Noch ein Wort zum Abschluss: Matthias Metze hat uns diesen Internet-Shop in dieser Woche übergeben. Wir arbeiten uns in dieses neue Projekt mit viel Begeisterung ein und hoffen alles richtig zu machen. Wenn es zu Beginn hier und da hakt, haben sie bitte etwas Geduld mit uns. Wir werden uns bemühen, alle Ihre Wünsche zu erfüllen. Und zum Glück wird Matthias Metze uns weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Samstag, 12. September 2009
In eigener Sache
Die aufmerksamen Leser werden es gemerkt haben: in letzter Zeit war hier auf dem Blog nicht viel los. Das hatte seinen Grund in einigen Veränderungen, die sich in den letzten Wochen ergeben haben - kurz: dieses ist mein letzter Artikel in diesem Blog! Nach drei Jahren gebe ich mein Projekt Viva-Vino in neue Hände - und das ist nicht leicht... Aber es ist Zeit für Neues: neue Herausforderungen, neue Schwerpunkte, das Haupthema allerdings bleibt der Wein, und auch zukünftig speziell der Biowein. Künftig werde ich hier aktiv sein. Darauf freue ich mich! Ohne eigenes Blog ist das aber auch alles nix: mein neues (privates) Blog heisst Social Wine, und ich werde hoffentlich die Zeit finden, es mit ein bisschen Leben zu füllen!
Nun aber zum Wichtigsten: was passiert mit Viva-Vino? Da kann ich mich schon wieder freuen: darüber, dass ich mein "Baby" in gute Hände abgeben kann, sowohl das Blog wie auch den Shop. Schon bald 15 Jahre habe ich auf verschiedenen Ebenen mit Jochen Krehahn und Thomas Hahnes vom Pinot Gris Weinhandel in Hamburg zusammen gearbeitet, und nun möchte ich die beiden und ihren Weinhandel hier kurz vorstellen:
Jochen Krehahn ist ausgebildeter Diplom-Ökotrophologe (Justus-Liebig-Universität Giessen), hat seinen der ersten Hamburger Naturkostläden geleitet (1978-1989), und hat in dieser Zeit parallel überregionale Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter von Naturkostläden in Deutschland und Österreich durchgeführt. Danach hat er zusammen mit Thomas Hahnes den Pinot Gris Weinhandel gegründet.
Thomas Hahnes ist ausgebildeter Koch und Hotelbetriebswirt. 1985 hat er zusammen mit zwei Partnern das Restaurant Horizont (Altstadt Altona) gegründet und war dort Küchenchef. Das Lokal war als Feinschmecker-Restaurant bekannt und hatte eine Küche mit Zutaten aus ökologischer Erzeugung zur Grundlage. Es wurde u.a. im Gault Millau-Restaurantführer mit einer Kochmütze (von 3 erreichbaren) und mit 16 Punkten (von 20) ausgezeichnet. Thomas Hahnes gestaltet heute die Menüs zu den Weinseminaren, die der Pinot Gris Weinhandel anbietet.
Seit 1990 ist Pinot Gris Weinimporteur mit einem Sortiment, das ausschliesslich aus ökologisch erzeugten Weinen besteht. Beiden ist das "bio" dabei ein echtes Anliegen - und nicht nur das: "Schlechte Weine sind immer zu teuer" ist ihr Motto - auch die Qualität muss stimmen! Das kann ich bestätigen, da wir in den letzten 3 Jahren eng zusammen gearbeitet haben.
So fällt mir der Abschied von Viva-Vino auch leichter - ich weiss, dass diese beiden das Projekt in meinem Sinne fortführen werden und wünsche dabei viel Erfolg! Und ich möchte mich damit verabschieden - von meinen Kunden, von meinen Lesern hier - und von Viva-Vino! Und übergebe an Jochen und Thomas von Pinot Gris!
P.S. Info für Leser in Bad Bevensen und Umgebung: den Viva-Vino Laden in der Bahnhofstraße werde ich weiter führen - unter gleichem Namen, aber wirtschaftlich unabhängig vom Onlineshop!
Mittwoch, 9. September 2009
Twestival in Hamburg
Was ist denn ein Twestival? Twitterer und auch andere Menschen treffen sich, um Spass zu haben, zu feiern- und Geld für eine gute Sache aufzubringen! Das Hamburger Twestival findet am Sonntag, den 13.9. im Elbwerk statt. Was da los ist, und wie gespendet werden kann, ist auf der Website Twestival Hamburg zu erfahren. U.a. gibt es eine Tombola - in der auch Weine von Viva-Vino zu gewinnen sind. Das Geld geht an Viva con agua de Sankt Pauli: das Projekt sorgt in Entwicklungsländern dafür, dass Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen.
Und hier ist noch ein nettes Video, das in englisch erklärt, was ein Twestival ist:
(via zeniscalm in the chaos)
Also, wer in Hamburg und Umgebung wohnt: hingehen! Und man muss auch nicht zwingend twittern...
Montag, 24. August 2009
Weinrallye #26 - Tipp vom Weinhändler
Ja, bei diesem Thema habe ich es schwer: ein Tipp vom Lieblings-Weinhändler, vom Besten, was er unter 10 EUR zu bieten hat. Zu wem kann ich denn als Weinhändler da gehen? In dem Aufruf zur 26. Weinrallye von gotorio war auch zu lesen, ob bloggende Weinhändler denn nicht einen Konkurrenten, eventuell auch aus einer anderen Stadt, vorstellen könnten.
Nun, ich habe mir einen Konkurrenten aus einem anderen Land ausgesucht, der Schweiz. Ein Bio-Weinhändler, ich denke, führend in Europa: Delinat, beheimatet in St. Gallen, ist schon seit 1980 im Geschäft. Selbstverständlich beobachte ich schon länger, was bei Delinat so vor sich geht - und muss gestehen: ich bin beeindruckt! Biowein ist dort kein kurzlebiger Trend, sondern ein echtes Anliegen - davon konnte ich mich kürzlich in persönlichen Gesprächen überzeugen. Davon zeugt auch das firmeneigene Weingut in Südfrankreich, sowie das Delinat-Institut, eine gemeinnützige Stiftung, die sich "der wissenschaftlichen Entwicklung ökologisch ganzheitlicher Strategien für eine ökonomisch tragfähige, klimaneutrale Landwirtschaft mit hoher Biodiversität widmet." Im Ithaka-Journal lassen sich die Ergebnisse dieser Arbeit verfolgen.
Die hauseigene Zeitschrift "Weinlese" erscheint vierteljährlich, und macht natürlich Werbung für Delinat. Darüber hinaus aber ist es eine der wenigen Weinzeitschriften, die man mit Genuss lesen kann - z.B. mit einem Artikel von Thomas Vaterlaus zur Rebsorte Grenache.In der letzten Ausgabe erschien auch Weinblogger-Kollege Joachim Ott mit einer Kolumne.
Wenn dann auch noch die Qualität der Weine stimmt - und wäre ich einfacher Konsument und nicht selbst Weinhändler - ja, dann wäre Delinat sicher einer meiner Lieblings-Weinhändler! Ich werde also bei einem gemeinsamen Abendessen heute Abend mit Freunden den Pasión Delinat probieren. Im Vorwege informiert, hatte dieser Wein jedenfalls schon mal eine interessante Geschichte: die gemeinsame Bemühung von Kellermeister, Weinjournalist und Delinat-Verkostern, einen sinnlichen, würzigen, beschwingten Mancha-Wein zu erzeugen. Es wurde hin und her probiert und diskutiert, über Holzeinsatz, Alkohol und Frucht. Gleichzeitig sollte der ökologische Anbau verbessert werden - Begrünung der Rebberge ist in der trockenen Mancha kein leichtes Unterfangen. Seit 2003 wurde an dem Wein gearbeitet, an der "Vision eines Tempranillos mit südlichem Temperament, Sinnlichkeit und würzigem Charme."
Extra für diesen Wein wurde eine CD aufgenommen, eine "Reise durch die aktuelle spanische und hispano-amerikanische Musikszene". Diese Ankündigungen machten mich gespannt auf den Wein - und gerade rechtzeitig kam heute Mittag das Paket an! Jetzt eine kurze Pause (noch ist Arbeit zu erledigen) - später mehr!
(5 Stunden später...)
Nach dem Essen (leckeres Thai-Curry) ist die Runde sich einig: der Wein ist lecker - auch wenn man das so nicht sagen darf. Die Farbe ist nicht mehr wirklich erkennbar, da es schon dunkel geworden ist. Dem Glas entsteigen fruchtige Aromen, rote Beeren, vielleicht schwarze Johannisbeere; etwas Vanille und Röstaromen zeugen von behutsamen Holzeinsatz. Frisch am Gaumen, mit eleganter Säure ist dieser Wein auch an einem Sommerabend nicht zu schwer - auch wenn die 13% Alkohol und die gut eingebundenen Tannine ihm das notwendige Gerüst geben.
Donnerstag, 6. August 2009
Beim Biowein keine Krise?
"Wein aus ökologischem Anbau krisenfest" ist der Titel einer Pressemitteilung der BioFach. Vom 17. bis 20. Februar 2010 findet die nächste BioFach in Nürnberg statt - und laut Nürnberg Messe verspricht 2010 "wieder ein guter BioFach-Jahrgang" zu werden. Wie kommt das? Hier die Pressemittleilung im Wortlaut:
Entgegen den Befürchtungen der Bio-Wein-Branche, die zum Jahreswechsel mit eher verhaltenem Optimismus auf 2009 blickte, ist die Lage besser als vermutet: Der Markt schwankt zwischen einer schwarzen Null und leichten Zuwachsraten. Aus gutem Grund: nach wie vor ist das Konsumklima stabil. Einzig die Gastronomen verzeichnen Einnahmerückgänge. „Verbraucher ziehen sich in Krisenzeiten eher in ihr Heim zurück. Die Folge: Der Außer-Haus-Verzehr sinkt. Stattdessen geben die Kunden das Geld lieber für Produkte aus, die den Wohlfühlfaktor zu Hause steigern. Dazu gehört auch das Segment der Bio-Weine“, so Kristina Simon vom Moselland-Marketing, Deutschland. Ein weiterer Grund für die positiven Tendenzen des Bio-Weinabsatzes in Deutschland liegt im Preis. In den Einkaufskörben der Käufer konventioneller Weine landen häufig preisgünstigere Tropfen. Eine Tendenz, die bei Bio-Weinen seltener zu beobachten ist. Lediglich im Bereich von 7 bis 8 EUR im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), und von 9 bis 10 EUR im Fachhandel stellen die Lieferanten derzeit eine geringere Nachfrage fest. Dagegen verzeichnet zum Beispiel Peter Riegel Weinimport, Orsingen, Deutschland, einerseits weiterhin wachsende Absätze im Bereich über 10 EUR, andererseits eine ebenfalls steigende Nachfrage für Weine um 4,99 EUR.
10 % Umsatzplus beim deutschen Bio-Wein erwartet
Obwohl weitere Vorhersagen für das zweite Halbjahr 2009 derzeit schwierig scheinen, sind sich die Anbieter von Bio-Weinen einig und erwarten bis zu 10 % Umsatzplus. „Die Kunden geben bei Bio-Produkten generell bereitwillig etwas mehr aus als bei konventionellen Produkten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation kaum auf Bio-Produkte auswirkt. Weine aus ökologischem Anbau haben eine gute Ausgangssituation“, erklärt Peter Riegel, Geschäftsführer des gleichnamigen Weinimports seinen Optimismus. Anlass zur Freude gibt auch die außergewöhnlich gute Zahl der Bestelleingänge vom Juni und Juli 2009, die den einen oder anderen schwächeren Monat ausgleichen konnten, bestätigt auch der Importeur VivoLoVin, Bremen, Deutschland.
Besonders gefragt: Rotwein und Gewächse mit geringerem Alkoholgehalt
Die Absatzsituation der einzelnen Länder ist bislang eindeutig: Deutsche Weine legen nach wie vor zu, wobei es einen Trend zu Gewächsen mit geringerem Alkoholgehalt gibt. Die Nachfrage nach Bio-Weinen aus Spanien, Italien und Österreich entwickelt sich weiterhin positiv. Bei Weinen aus Frankreich dagegen ist auf Grund von Preiserhöhungen die Absatzsituation uneinheitlicher. Innerhalb der Weingattungen ist Rotwein am stärksten gefragt, wobei sich momentan auch Rosé, speziell im günstigen Preisbereich, reger Nachfrage erfreut. Bei VivoLoVin verzeichnet man 2009 eine überraschend positive Steigerung im vielfach totgesagten Bereich Mehrweg, wobei nicht zuletzt die weiterhin, wenn auch langsamer, steigende Zahl der Bio-Supermärkte eine Rolle spielt. Interessant wird in den nächsten Monaten sicher die Entwicklung bei den Eigenabfüllungen der Kellereien und Importeure. Galt vor allem der Markt für deutsche Fassweine bis Ende 2008 noch als überhitzt, hat sich das deutlich geändert. Nicht nur beim Bundesverband ökologischer Weinbau, Ecovin, Oppenheim, Deutschland, stellt man fest: Die Preise sind rückläufig unter Druck geraten. Lagen vor 2 bis 3 Jahren die Preise noch deutlich über denen konventioneller Fassweine, so haben sich diese 2009 angenähert. Als sehr angespannt gilt der Fassweinmarkt in Spanien, während man in Frankreich über weitere Preiserhöhungen nachdenkt.
Österreich: Deutlicher Trend zu Weinen aus ökologischem Anbau
Mehr als zufrieden sind 2009 auch die österreichischen Bio-Winzer. Nicht nur wegen eines prognostizierten Export-Plus von 8 % nach Deutschland und der überraschend guten Marktsituation in Japan. „Der Export nach Japan hat sich bestens entwickelt. 2007 waren drei Betriebe in Japan von einem Importeur gelistet. Durch unsere BioFach-Präsenz in Japan seit drei Jahren konnten wir auch Importeure für drei weitere Betriebe finden“, stellt Jürgen Schmücking vom Verein zur Förderung des ökologischen Landbaus, BioAustria, Linz, Österreich, fest. Auch die Lage im Land selbst ist positiv. Der Verband registriert eine immer größere Akzeptanz und führt das zum Teil sogar auf die Krise zurück. „Wir erklären es uns mit der Rückbesinnung auf ehrliche, authentische Produkte sowie auf den ungebrochenen Trend zum Genuss mit Verantwortung“, meint Jürgen Schmücking. Die Preisschiene bei den Bio-Weinen beginnt bei 4,99 EUR, von zeitlich begrenzten Aktionen abgesehen. Das dürfte weitere Winzer zur Umstellung ermutigen. „2009 wird es einen deutlichen Zuwachs geben, weil die ersten Betriebe der Umstellungswelle in diesem Jahr bereits über voll zertifizierte Flächen verfügen. Eingeschränkt wird dieses Wachstum durch Ausstiege, die sich aus den Bedingungen des Jahrgangs 2008 ergeben. Diese Zahl ist aber deutlich niedriger, als der Zuwachs durch neue Betriebe. 2010 und 2011 wird sich dieses Verhältnis noch einmal vergrößern“, erläutert Jürgen Schmücking zuversichtlich.
Frankreich: Bio-Wein boomt
Als Paradies für Bio-Weine entwickelt sich weiterhin Frankreich. Nachdem bereits 2008 der Absatz anzog, lässt sich nun schon beinahe von einem Boom sprechen, berichtet Kai Schamar, Gesellschafter, VivoLoVin. Obwohl mittlerweile etliche Genossenschaften umgestellt haben, gibt es sogar Engpässe. „Die Preise sind nach zwei geringeren Ernten relativ hoch, aber der nationale Markt funktioniert gut“, ergänzt José Serrano, Einkauf und Qualitätsmanagement bei Peter Riegel Weinimport, Orsingen, Deutschland.
Italien: Nord-Süd-Gefälle bei der Nachfrage
Zwiespältig stellt sich dagegen die Situation in Italien dar. Wer Bio-Weine über die Gastronomie verkauft, hat es in diesem Jahr in der Regel schwer, der Weinfachhandel wiederum steht zumindest noch relativ gut da. Das große Angebot sorgt für stabile Preise und im Norden wird mehr Bio nachgefragt als im Süden Italiens.
Spanien: Starkes Export-Geschäft mit Bio-Weinen
Zwar weist die iberische Halbinsel mittlerweile die größte Bio-Landwirtschaftsfläche in Europa auf, aber die Nachfrage im Land selbst ist generell gering. Nach Angaben von José Serrano gehen gut 90 % der ökologisch erzeugten Weine in den Export. „Die Binnennachfrage ist zurückgegangen, die Preise sind bei konventionellen wie ökologischen Weinen im Keller und allen voran die Genossenschaften haben große Absatzprobleme“, stellt der Experte fest. Daher setzen Spaniens Bio-Winzer auf den Export. Vor allem Fassweine werden derzeit oft zu extrem niedrigen Preisen angeboten. Davon profitieren wichtige Märkte wie Deutschland, die Beneluxstaaten und Skandinavien.




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