Einen Tag zu spät kommt mein Beitrag zur 24. Weinrallye - da ich am Stichtag, dem 20. Juni unterwegs war, wollte ich den Artikel, den ich am Vortag bereits geschrieben hatte, "remote" freischalten. Das hatte leider nicht geklappt, da ich vergessen hatte ihn zu speichern... Jetzt aber, und danke Alex, dass du auch Nachzügler zulässt ![]()

Alexander Ultes hat das Thema dieser Weinrallye vorgegeben: ein Wein von der Nahe. Ein willkommener Anlass, mich mit einem Weingut zu beschäftigen, das ich in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren habe. Am Steyerberg in Schweppenhausen liegen die Weinberge des Weingutes Fuchs-Jacobus. In den 70er Jahren wurden dort in den Steilhängen viele arbeitsintensive Lagen aufgegeben. Das nutzen Marlene und Wilfried Jacobus und kauften frei werdende Lagen auf, um ihr Lebensprojekt anzugehen: “Biodynamischer Steillagenweinbau am Steyerberg”. Die Schieferböden der Einzellage Steyerberg bringen gehaltvolle und fruchtige Weine hervor. Und die von Rudolf Steiner begründeten Anbaumethoden sollen ja das Terroir in besonderer Weise zur Geltung bringen.
Biodynamischer Anbau ist dem Ehepaar Jacobus, die beide aus Winzerfamilien stammen ein Anliegen: "Aus Verantwortung für Natur und Mensch bekennen wir uns zu dieser derzeit schonendsten Anbaumethode. Eingesetzt werden z. B. nur elementare Stoffe zum Pflanzenschutz. Wie stärken unsere Rebstöcke mit Hornmist, Hornkiesel und im Betrieb hergestellten Kompostpräparaten. Unsere Weinberge und Rebgassen sind begrünt. Überschüssige Triebe, Gras und die Kräuter unter den Rebstöcken entfernen wir mit der Sichel." So ist es auf ihrer Website zu lesen. Das Weingut Fuchs-Jacobus gehört denn auch zu den wenigen Demeter-zertifizierten Weinbau-Betrieben in Deutschland.
Auf der letzten Biofach (und nicht nur da) wurde dieser Einsatz belohnt: die 2007 Riesling-Spätlese vom Schweppenhäuser Steyerberg und der Guldenmorgen Spätburgunder des gleichen Jahrgangs wurden mit Gold ausgezeichnet. Diese beiden Weine habe ich dann auch für die Weinrallye ausgesucht.
Der Riesling: goldgelb im Glas, typische Rieslingaromen: reifer Pfirsich und Aprikose herrschen vor, auch Zitrusfrüchte, Grapefruit ist zu erriechen. Am Gaumen dann fast cremig, dicht mit dem Süße-Säure-Spiel, das der Riesling so gut beherrschen kann. Schöne Länge, ein Riesling, der Spaß macht!
Und dann der Spätburgunder: ganz vielfältige Aromen, rote Beeren (meine Frau sagt etwas Erdbeere, die ich aber nicht ganz nachvollziehen kann - aber sie ist diejenige von uns beiden mit der feinen Nase...), vielleicht aber Him- oder Johannisbeeren. Auch Zwetschge ist dabei - Martin Darting schreibt in der anhängenden Biofach-Verkostungsnotiz etwas von "unterlegt mit Mocca und Schokoladenaromen". auch das lässt sich nachvollziehen. Das Holz ist schön eingebunden, stört gar nicht, feine Tannine. Tatsächlich ein feiner Pinot!
Macht auf jeden Fall Lust, sich eingehender mit dem Weingut Fuchs-Jacobus zu beschäftigen; wie auch mit weiteren Weinen von der Nahe. Danke also, Alex für dieses schöne Thema der 24. Weinrallye!



