Vielleicht wussten Sie schon, dass auf den Bioweinen immer schon stand:
„Wein aus Trauben aus ökologischen Trauben“. Da es bisher in der
Ökowein-Verordnung keine Regelung zur Kellertechnik gab, gab es bisher
rein rechtlich auch keinen Biowein, sondern nur Wein aus ... (siehe
oben).
Seit einiger Zeit ist man aber in Brüssel dabei, diese sogenannte Kellerrichtlinie zu verfassen - nur leider konnte man sich innerhalb Europas bisher nicht einigen. Unterschiedliche Interessenlagen gibt es zwischen (kleinen) Erzeugern von hochwertigen Weinen und den Riesenbetrieben, die eher den Massenmarkt anpeilen, und zwischen den Winzern aus den nördlichen und denen aus den südlichen Anbauzonen Europas. Es wird befürchtet, dass die Regeln weiter gelockert werden könnten, um Massenweine mit weniger herstellen zu können.
Ein großes Thema ist der Schwefeleinsatz. Hier wird vor allem aus den südlichen Anbauzonen gefordert, die mögliche Einsatzmenge stärker zu begrenzen, ohne Rücksicht darauf, dass dies in den nördlichen Anbauzonen aufgrunsd des Klimas viel schwerer möglich ist. Auch gibt es Unterschiede in der Bewertung der Gesundheitsschädlichkeit von Schwefel.
Nun wurde ganz aktuell eine endgültige Entscheidung im zuständigen Ausschuss ein weiteres Mal vertagt, weil es zu keiner Einigung zwischen den Ländern kam. So zögert sich eine Regelung weiter hinaus und wahrscheinlich kann auch der kommende Jahrgang 2010 nicht nach den neuen Regelungen gekeltert werden.
Hier muss aber noch ein wichtiger Hinweis genannt werden: jene Winzer, die sich zusätzlich den Regeln von Anbauverbänden unterwerfen, haben schon heute solche Regelungen (je nach Annbauverband in unterschiedlicher Ausformung) zu beachten. Es macht also einen Unterschied, ob es sich um blosses "EU-bio" handelt oder um einen Winzer, der auch Mitglied in einem Anbauverband wie z.B. Ecovin, Bioland, Demeter oder Naturland ist.