Letzten Freitag - drei Wochen vor dem ersten Kochkurs-Termin - fand die Generalprobe statt - Orientierungslauf in der Küche sozusagen, geplant als netter Event mit unseren Familien, und so war es dann auch: chaotisch und lustig! Die Kinder brachten sich beim Kochen ein, mit Spass und beginnendem Sachverstand: das Rezept für den Pfannkuchen-Teig kann mein Erstgeborener schon auswendig... Auf die Weine war ich gespannt - schliesslich sollen sie den Einstand der Kochkombo begleiten - und wer unter den Teilnehmern möchte, kann dann auch zum ersten Viva-Vino Kunden werden.
Zwei Weingüter lieferten ihre Visitenkarten ab: der Geyerhof (Kremstal), seit über 15 Jahren organisch-biologisch bewirtschaftet, mit sortenspezifisch markanten und regelmäßig hoch bewerteten Weinen, die auf Schotter, Löß oder Urgestein wachsen. Dann das Weingut Michlits/Meinklang mit charaktervollen, terroir-betonten Weinen aus biodynamischem Anbau. Beide Weingüter wurden auf der Biofach in den letzten Jahren mit Gold- und Silbermedailen bedacht.
Als Probierschluck beim Kochen zunächst ein einfacher Grüner Veltliner von Meinklang. Frisch und fruchtbetont, mit feiner Säure und leicht mineralischen Noten - ein einfacher, unkomplizierter Wein, den man lieb gewinnen kann - beschwingend beim Kochen!
Zur Frittatensuppe - übrigens ein Hit (nicht nur) bei den Kindern - dann ein Grüner Veltliner "Rosensteig", Jahrgang 2005, der mir im Vorwege sehr ans Herz gelegt worden war - zu Recht! Hell und klar im Glas, kühle Zitruswürze, mit pfeffrigen Noten in der Nase, mit einem belebenden Säurespiel, dabei durchaus kraftvoll - ein ausgewogener Wein mit viel Frucht und Extrakt. Sehr schön! Wir brauchten eine kleine Pause, um das Erdäpfelstroh zuzubereiten, und konnten so dem Wein noch seine Zeit geben...
Der Tafelspitz erforderte dann einen nicht zu schweren Rotwein; wir hatten einen 2003er Zweigelt von Meinklang gewählt. Zweigelt ist ja nun österreichischer Rotweinkult, und machte auch einen hervorragenden Begleiter zu unserem Tafelspitz: Tiefes Rubinrot, ein Duft nach Kirsche und Beerenaromen, samtige Tannine. Leicht würzig, mit gutem Abgang. Ein kräftiger, gehaltvoller Rotwein.
Nun mussten wir schnell den Marillen-Topfen-Strudel aus dem Ofen holen, da die Kinder bald ins Bett mussten. Ein wunderbarer Aprikosenduft in der Küche... und dann auf dem Teller. Ich will mich nicht an der Diskussion beteiligen, ob man zum Dessert einen edelsüßen Wein trinken sollte oder nicht - ich denke, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Wer den Wein nicht zum Dessert möchte, trinkt ihn hinterher 
Aber trinken sollte man ihn in jedem Fall, die Riesling Auslese "Goldberg", Jahrgang 2000, vom Geyerhof ! Eine schöne goldgelbe Farbe, Duft nach Honig, sehr intensiv mit zartbitteren Nuancen. Ein ausladender Wein mit süßem Ausklang - die Goldmedaille auf der Biofach 2002 verwundert da nicht. Ein schöner Ausklang auch für unsere Generalprobe, die wir mal als gelungen bezeichnen wollen!
Und wer jetzt einen wässrigen Mund hat: es sind noch Plätze zu haben, mehr Info unter www.kochkombo.de!
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