Schon wieder ist eine Woche rum, bevor ich dazu komme, den nächsten Eintrag zu schreiben. Aber es ist auch schwierig, wenn man immer so viel unterwegs ist...
Zum Beispiel vorgestern: in unserem Kochkurs-Projekt "KochKombo" haben wir bereits den dritten Koch-Abend durchgeführt - mit Erfolg offensichtlich, denn alle Teilnehmer bisher waren begeistert! So macht es denn auch viel Spaß, auch wenn ich es gar nicht mehr gewöhnt bin, bis spät nachts zu arbeiten 
Besonders freut es mich natürlich, wenn die Teilnehmer auch Sinn für guten Wein haben, und meine Begeisterung dafür teilen. Vorgestern war es so - alles andere hätte mich aber auch bei der Zusammenstellung von leckeren Weinen und gutem Essen gewundert!
Beim Kochen schmeckte den meisten ein roséfarbener Frizzante von Pizzolato aus Venetien - fruchtig, mit milder Säure, nicht zu trocken, aber mit Charakter - genau der richtige Probierschluck!
Als Aperitif dann ein Sierra Morena palido, "Weißwein nach Sherry-Art" - Sherry darf er nicht heissen, da er nicht aus Jerez kommt... bernsteinfarben, fein-würzig, leichtes Mandelaroma - der ging auch zur Suppe - Kürbissuppe, fruchtig mit Orangensaft, etwas Knoblauch und Ingwer.
Zum Fischgang (Räucherlachs auf Buchweizen-Blini) gab es dann den ersten Höhepunkt beim Wein: ein Riesling Kabinett halbtrocken (2004) von Clemens Busch ergänzte hervorragend den eleganten Räuchergeschmack des Edelfisches. Ausgewogen, mit feinem Süße-Säurespiel und Aromen nach exotischem Obst - so soll ein Mosel-Riesling schmecken! Die taz bezeichnete Clemens Busch als "Virtuose des Rieslings", auch Stuart Pigott mag ihn - ich auch 
Hauptgang war dann eine mit frischen mediterranen Kräutern geschmorte Lammschulter, dazu ein Kartoffelgratin und Wirsinggemüse - wer diesen Blog schon eine Weile liest, weiss: ich liebe Lamm, wenn es nicht tiefgekühlt aus Neuseeland kommt. Und der Wein dazu ist ebenfalls einer meiner Favoriten: "La Montadella" aus dem Roussillon, gemacht von Jean Claude Pujol. Aus den Trauben von ganz alten Carignan-Rebstöcken gekeltert, zeigt dieser kräftige Rotwein bezaubernde Aromen nach Kirsch, Schlehen, Karamel... Am Gaumen eine frische Säure, gepaart mit dezenter Süße. Einfach schön. Dieser Wein dürfte bald seine Trinkreife erreicht haben - mal sehen, was aus ihm noch wird...
Beim Dessert wars dann Weihnachten: Lebkuchen-Mandel-Törtchen hatten unsere Teilnehmer ganz wunderbar hingekriegt, nicht zu trocken, sondern gerade richtig "klitschig", wie man in Hamburg sagt. Der Wein dazu kommt ebenfalls mit Gewürzen in der Nase, dazu auch Datteln oder reife Brombeeren. Vom Geruch her erinnert er an Portwein, ist aber ein traditionell hergestellter "Vin Doux Naturel", aus Grenache und ebenfalls Carignan hergestellt. Der rote Rivesaltes Grenat aus dem Jahr 2002 stellt der Süße auch einige herbe Tannine entgegen - leicht gekühlt kommt er am besten zur Geltung.
Blieb nur noch der Espresso und der Digestif: hier dann wieder Clemens Busch mit einem herrlich weichen Riesling-Tresterbrand, im Barrique ausgebaut - hier musste man aufpassen, es wirklich bei einem Gläschen zu belassen, so verführerisch...
Den Sherry und den Tresterbrand wird es erst in Kürze mit dem neuen Spirituosen-Sortiment im Shop geben; zu den Weinen folgen hier die Produktlinks:
Rosé Frizzante - Rosato del Piave, Pizzolato
2004 Riesling Kabinett halbtrocken, Clemens Busch
(Tipp: die 3 Sterne Spätlese von Clemens Busch ist bis Weihnachten im Angebot!)
2003 "La Montadella" Côtes du Roussillon, Domaine de Rourède
2002 Rivesaltes Grenat Vin Doux Naturel , Domaine de Rourède
Tags für diesen Artikel:
biowein,
clemens busch,
frizzante,
lachs,
lamm,
lebkuchen,
montadella,
riesling,
rotwein,
roussillon,
sherry,
tresterbrand,
vindoux naturel
Kommentare